📜 Gesetzesquellen
Die Grundlagen, auf denen unsere Aufklärung steht: Wegzugsbesteuerung, Krypto-Meldepflichten (DAC8, MiCA, CARF), Geldwäsche (AMLA), digitale Identität, Gebäude und Lieferketten. Nur amtliche Quellen — jeder Eintrag verweist auf den amtlichen Text und trägt das Datum, an dem wir Link und Titel zuletzt geprüft haben.
Letzte Prüfung aller Quellen: 28.10.2026
DAC8 — Krypto-Meldepflicht
Richtlinie (EU) 2023/2226 des Rates vom 17. Oktober 2023 zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU über die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden im Bereich der Besteuerung
EU
Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen melden die Transaktionen ihrer Kunden; die Finanzverwaltungen der Mitgliedstaaten tauschen diese Daten automatisch aus. Die Vorschriften gelten ab 1. Jänner 2026.
MiCA — Märkte für Kryptowerte
Verordnung (EU) 2023/1114 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2023 über Märkte für Kryptowerte
EU
Einheitliche EU-Regeln für Kryptowerte: Zulassung und Pflichten von Emittenten und Dienstleistern (CASP), Anforderungen an Stablecoins, Verbot von Marktmissbrauch.
Travel Rule — Angaben bei Krypto-Transfers
Verordnung (EU) 2023/1113 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2023 über die Übermittlung von Angaben bei Geldtransfers und Transfers bestimmter Kryptowerte
EU
Begleitet MiCA: Bei jedem Krypto-Transfer müssen Angaben zu Auftraggeber und Begünstigtem mitgeschickt werden — die Umsetzung der FATF-„Travel Rule" in der EU.
AMLA — EU-Geldwäschebehörde
Verordnung (EU) 2024/1620 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2024 zur Errichtung der Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung
EU
Errichtet die EU-Behörde AMLA mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie beaufsichtigt ausgewählte Finanzinstitute unmittelbar und koordiniert die nationalen Meldestellen.
AMLR — EU-Geldwäscheverordnung
Verordnung (EU) 2024/1624 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2024 zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems für Zwecke der Geldwäsche oder der Terrorismusfinanzierung
EU
Erstmals unmittelbar geltendes EU-Geldwäscherecht: Sorgfaltspflichten, wirtschaftliche Eigentümer, EU-weite Bargeldobergrenze von 10.000 €. Gilt ab 10. Juli 2027.
AMLD6 — Sechste Geldwäscherichtlinie
Richtlinie (EU) 2024/1640 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2024 über die von den Mitgliedstaaten einzurichtenden Mechanismen zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems für Zwecke der Geldwäsche oder der Terrorismusfinanzierung
EU
Regelt, was die Mitgliedstaaten einrichten müssen: nationale Aufsicht, zentrale Meldestellen, Register der wirtschaftlichen Eigentümer und den Zugang dazu.
eIDAS 2.0 — Europäische digitale Identität
Verordnung (EU) 2024/1183 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. April 2024 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 910/2014 im Hinblick auf die Schaffung des europäischen Rahmens für eine digitale Identität
EU
Jeder Mitgliedstaat muss eine Brieftasche für die Europäische Digitale Identität (EUDI-Wallet) bereitstellen; bestimmte Dienste müssen sie als Identifizierungsmittel annehmen.
CSDDD — EU-Lieferkettenrichtlinie
Richtlinie (EU) 2024/1760 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 2024 über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit
EU
Sorgfaltspflichten großer Unternehmen für Menschenrechte und Umwelt entlang der Lieferkette, mit zivilrechtlicher Haftung. Der Anwendungsbeginn ist gestaffelt.
EPBD — Gebäuderichtlinie (Neufassung)
Richtlinie (EU) 2024/1275 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. April 2024 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden
EU
Null-Emissions-Gebäude als Neubaustandard, Mindeststandards für die Gesamtenergieeffizienz und nationale Sanierungspfade für den Wohngebäudebestand.
ATAD — Wegzugsbesteuerung für Unternehmen
Richtlinie (EU) 2016/1164 des Rates vom 12. Juli 2016 mit Vorschriften zur Bekämpfung von Steuervermeidungspraktiken mit unmittelbaren Auswirkungen auf das Funktionieren des Binnenmarkts
EU
Artikel 5 verpflichtet alle Mitgliedstaaten zur Wegzugsbesteuerung („Exit Tax"), wenn Vermögen oder Steuersitz eines Unternehmens das Land verlassen. Außerdem: Zinsschranke, Hinzurechnungsbesteuerung, allgemeine Missbrauchsklausel.
DAC2 — Austausch von Finanzkonten (CRS in der EU)
Richtlinie 2014/107/EU des Rates vom 9. Dezember 2014 zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU bezüglich der Verpflichtung zum automatischen Austausch von Informationen im Bereich der Besteuerung
EU
Banken melden Konten von Steuerpflichtigen anderer Mitgliedstaaten; die Finanzverwaltungen tauschen die Daten jährlich automatisch aus. Umsetzung des OECD Common Reporting Standard in der EU.
DAC6 — Meldepflicht für Steuergestaltungen
Richtlinie (EU) 2018/822 des Rates vom 25. Mai 2018 zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU bezüglich des verpflichtenden automatischen Informationsaustauschs im Bereich der Besteuerung über meldepflichtige grenzüberschreitende Gestaltungen
EU
Berater (Intermediäre) oder die Steuerpflichtigen selbst müssen grenzüberschreitende Steuergestaltungen mit bestimmten Kennzeichen an die Finanzverwaltung melden.
Globale Mindeststeuer (Säule 2)
Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates vom 14. Dezember 2022 zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmensgruppen und große inländische Gruppen in der Union
EU
Mindestbesteuerung von 15 % für Unternehmensgruppen ab 750 Mio. € Jahresumsatz — die EU-Umsetzung der OECD-GloBE-Regeln.
Wegzugsbesteuerung — EStG 1988
Einkommensteuergesetz 1988 (BGBl. Nr. 400/1988), geltende Fassung im RIS
AT
§ 27 Abs. 6 (Kapitalvermögen im Privatvermögen) und § 6 Z 6 (Betriebsvermögen): Beim Wegzug gelten stille Reserven als realisiert. Bei Wegzug in einen EU/EWR-Staat: Nichtfestsetzung auf Antrag (privat) bzw. Ratenzahlung (betrieblich).
Körperschaftsteuer — KStG 1988
Körperschaftsteuergesetz 1988 (BGBl. Nr. 401/1988), geltende Fassung im RIS
AT
Besteuerung von Kapitalgesellschaften und Privatstiftungen; Körperschaftsteuersatz seit 2024: 23 %. Verlegung von Sitz oder Vermögen ins Ausland löst die Wegzugsbesteuerung nach § 6 Z 6 EStG aus.
Ansässigkeit und Verfahren — BAO
Bundesabgabenordnung (BGBl. Nr. 194/1961), geltende Fassung im RIS
AT
Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt (§ 26) entscheiden über die unbeschränkte Steuerpflicht; außerdem Mitwirkungspflichten bei Auslandssachverhalten und die Missbrauchsregel (§ 22).
Krypto-Meldepflichtgesetz (DAC8-Umsetzung)
Krypto-Meldepflichtgesetz, geltende Fassung im RIS
AT
Österreichische Umsetzung von DAC8 und des OECD-Melderahmens für Kryptowerte (CARF): Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen melden Transaktionen ihrer Kunden an die Finanzverwaltung.
Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz (GMSG)
Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz, geltende Fassung im RIS
AT
Umsetzung des OECD Common Reporting Standard und der DAC2: österreichische Finanzinstitute melden Konten ausländischer Steuerpflichtiger, die Daten gehen automatisch an deren Wohnsitzstaat.
Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG)
Finanzmarkt-Geldwäschegesetz, geltende Fassung im RIS
AT
Geldwäscheprävention für Banken, Zahlungsdienstleister und Krypto-Dienstleister: Kundenidentifizierung, Verdachtsmeldungen an die Geldwäschemeldestelle, Aufsicht durch die FMA.
Register der wirtschaftlichen Eigentümer (WiEReG)
Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz, geltende Fassung im RIS
AT
Gesellschaften, Privatstiftungen und Trusts müssen ihre wirtschaftlichen Eigentümer melden und die Meldung jährlich überprüfen; Verstöße sind Finanzvergehen.
Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz (DAC7-Umsetzung)
Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz, geltende Fassung im RIS
AT
Plattformbetreiber melden die Einkünfte ihrer Anbieter (Vermietung, Dienstleistungen, Warenverkauf) an die Finanzverwaltung.
Wegzugsbesteuerung — § 6 AStG
Gesetz über die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (Außensteuergesetz), § 6 Besteuerung des Vermögenszuwachses
DE
Wer mit einer Beteiligung von mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft (§ 17 EStG) wegzieht, versteuert den Wertzuwachs wie bei einer Veräußerung; Ratenzahlung über sieben Jahre möglich. Seit 2025 auch für bestimmte Investmentfondsanteile.
Einkommensteuergesetz (EStG)
Einkommensteuergesetz, Gesamtausgabe beim Bundesministerium der Justiz
DE
§ 1 unbeschränkte und beschränkte Steuerpflicht, § 17 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften, § 49 inländische Einkünfte nach dem Wegzug.
Körperschaftsteuergesetz (KStG)
Körperschaftsteuergesetz, Gesamtausgabe beim Bundesministerium der Justiz
DE
Körperschaftsteuer 15 % zuzüglich Solidaritätszuschlag; § 12 regelt die Entstrickung, wenn Sitz oder Vermögen einer Körperschaft ins Ausland verlegt werden.
Abgabenordnung (AO)
Abgabenordnung, Gesamtausgabe beim Bundesministerium der Justiz
DE
Wohnsitz (§ 8) und gewöhnlicher Aufenthalt (§ 9) begründen die unbeschränkte Steuerpflicht; erweiterte Mitwirkungspflichten bei Auslandssachverhalten (§ 90), Gestaltungsmissbrauch (§ 42).
Geldwäschegesetz (GwG)
Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten
DE
Sorgfaltspflichten der Verpflichteten, Transparenzregister für wirtschaftliche Eigentümer, Verdachtsmeldungen an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU).
Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG)
Gesetz zum automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten in Steuersachen
DE
Deutsche Umsetzung des Common Reporting Standard und der DAC2: Finanzinstitute melden Konten ausländischer Steuerpflichtiger an das Bundeszentralamt für Steuern.
Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG, DAC8-Umsetzung)
Gesetz über die Meldepflicht von Anbietern und den automatischen Austausch von Informationen in Steuersachen bei Kryptowerte-Dienstleistungen
DE
Deutsche Umsetzung von DAC8: Krypto-Dienstleister melden die Transaktionen ihrer Kunden; der Austausch zwischen den Staaten läuft über das Bundeszentralamt für Steuern.
Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG, DAC7-Umsetzung)
Gesetz über die Meldepflicht und den automatischen Austausch von Informationen meldender Plattformbetreiber in Steuersachen
DE
Plattformbetreiber melden die Einkünfte ihrer Anbieter (Vermietung, Dienstleistungen, Warenverkauf) an das Bundeszentralamt für Steuern.
Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden (auf gesetze-im-internet.de geführt unter der Abkürzung GModG)
DE
Anforderungen an Heizungen und an die Energieeffizienz von Neubauten und Bestandsgebäuden — die deutsche Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie.
OECD — CRS und CARF (automatischer Informationsaustausch)
OECD: Tax transparency and international co-operation — Common Reporting Standard und Crypto-Asset Reporting Framework
International
Der weltweite Standard für den automatischen Austausch von Finanzkonten (CRS) und Kryptowerten (CARF). Vorbild für DAC2 und DAC8 sowie für GMSG, FKAustG, Krypto-Meldepflichtgesetz und KStTG.
OECD — Globale Mindeststeuer (GloBE-Regeln)
OECD: Global Minimum Tax — Global Anti-Base Erosion (GloBE) Model Rules
International
Mindeststeuer von 15 % für große Unternehmensgruppen; Grundlage der EU-Richtlinie 2022/2523 und der nationalen Mindestbesteuerungsgesetze.
FATF — Die 40 Empfehlungen
Financial Action Task Force: The FATF Recommendations (laut FATF zuletzt geändert im Juni 2026)
International
Der internationale Standard gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, darunter Empfehlung 15 zu virtuellen Vermögenswerten und Empfehlung 16 (Travel Rule). Grundlage der EU-Geldwäschegesetzgebung.
FATCA — US-Meldepflicht für Auslandskonten
Internal Revenue Service: Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA)
International
US-Gesetz: Finanzinstitute weltweit melden Konten von US-Personen an die IRS. Grundlage der FATCA-Abkommen der USA mit Österreich und Deutschland.
Nur amtliche Quellen: EUR-Lex (Amt für Veröffentlichungen der EU), RIS (Bundeskanzleramt Österreich), gesetze-im-internet.de (Bundesministerium der Justiz), OECD, FATF, IRS. Keine Blogs, keine Portale.
„Geprüft" heißt: Link erreichbar und Titel am genannten Tag mit dem amtlichen Text abgeglichen. Keine Rechtsberatung — maßgeblich ist immer der verlinkte amtliche Text.